Neukirchen: Diskussion zur Hauptstraße – Breite, Sicherheit und Parkplätze im Fokus

In Neukirchen steht die Sanierung der Hauptstraße an – ein Vorhaben, das grundsätzlich positiv aufgenommen wird, jedoch in den Details für Diskussionen sorgt. Der Stadtrat hat bereits erste Weichen gestellt, indem er den Plänen von Hessen Mobil zugestimmt hat. Diese sehen eine Fahrbahnbreite von mindestens 6,50 Metern vor, um Platz für Radfahrer und Fußgänger zu schaffen. Doch die Umsetzung wirft Fragen auf, insbesondere zu Parkplätzen, Verkehrsfluss und der generellen Gestaltung des Ortskerns. Ein Baubeginn ist nicht vor Sommer 2025 zu erwarten, da die Planungen noch bis September 2025 abgeschlossen werden müssen.
Was steht zur Diskussion?
Die geplante Verbreiterung der Hauptstraße betrifft nicht nur die Straßenführung selbst, sondern auch die Gestaltung des umliegenden Bereichs. Hier einige der zentralen Themen:
1. Parkplätze und Fußgängerbereiche
Ein wichtiger Diskussionspunkt ist der Umgang mit den bestehenden Parkplätzen. Während die Breite der Straße Raum für Radfahrer und Fußgänger schaffen soll, sehen einige Fraktionen die Gefahr, dass dadurch Parkmöglichkeiten verloren gehen. Der Bürgermeister betonte jedoch, dass die Fußgängerzone und der Parkplatz beim Raiffeisenplatz erhalten bleiben sollen. Dennoch bleibt die Frage, wie viel Platz tatsächlich für Autos und Geschäftsbereiche übrig bleibt.
2. Verkehrssicherheit
Ein weiteres Ziel der Sanierung ist die Verbesserung der Verkehrssicherheit. So sollen Radfahrer und Fußgänger klar definierte Bereiche erhalten, um Unfälle zu vermeiden. Geplant ist zudem ein Zebrastreifen, der den sicheren Übergang erleichtert. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die fordern, dass mehr auf die Bedürfnisse der Fußgänger eingegangen werden sollte.
3. Kosten und Planungsdetails
Die finanziellen und organisatorischen Aspekte der Sanierung sind ebenfalls Gegenstand der Diskussion. Die genaue Höhe der Kosten ist noch nicht bekannt, jedoch soll die Planung sicherstellen, dass der Ortskern von Neukirchen nachhaltig modernisiert wird.
Die Standpunkte der Fraktionen
Die politischen Vertreter in Neukirchen haben unterschiedliche Ansichten zur geplanten Sanierung:
- SPD: Befürwortet die Mindestbreite von 6,50 Metern, da dies Platz für Geh- und Radwege schafft. Ihr Ziel ist es, die Attraktivität des Ortskerns zu steigern.
- Grüne: Kritisiert die mangelnde Einbindung des Ortsbeirats in die Planungen. Sie fordern mehr Transparenz und Mitbestimmung.
- CDU: Fordert eine detaillierte Überprüfung der Planungen und mahnt an, dass der gesamte Bereich funktional und optisch ansprechend gestaltet werden muss.
- FWG: Sieht noch Optimierungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der Breite der Fahrbahn und des Verkehrsflusses.
Wie geht es weiter?
Bis September 2025 sollen alle offenen Punkte geklärt werden, um den Baubeginn im Sommer 2025 zu ermöglichen. In der Zwischenzeit werden weitere Abstimmungen und Diskussionen erwartet. Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die die Bedürfnisse aller – von Fußgängern über Radfahrer bis hin zu Autofahrern und Geschäftsinhabern – gleichermaßen berücksichtigt.
Die Sanierung der Hauptstraße in Neukirchen ist zweifellos ein wichtiges Projekt, das die Lebensqualität im Ortskern erheblich verbessern könnte. Doch wie so oft bei Infrastrukturprojekten steckt der Teufel im Detail. Die kommenden Monate werden zeigen, ob ein Konsens gefunden werden kann, der die unterschiedlichen Interessen vereint.